Text zur Kriegssituation in der Ukraine

Dieses NEIN DANKE! Löst in mir sofort Tränen aus, berührt etwas ganz tief in mir drinnen. Ich weiß nicht woher es genau kommt. Ist auch egal. Ich muss weinen und schreiben gleichzeitig und will schreien und tue es nicht, um nicht die Katze zu erschrecken. Ist eine lieb gewonnene Begleiterin.

NEIN DANKE! Ich will keinen Krieg vor – gefühlt – meiner Haustür! NEIN DANKE, ich will mein altes Leben zurück – ohne Corona, ohne Krieg in Europa, ohne dem allein leben.

NEIN DANKE! Wozu habe ich jahrelang demonstriert – für Frauenrechte, für den Frieden, für gerechte Löhne, für ein atomfreies Österreich, ein atomfreies Europa und die Welt, für Gerechtigkeit in unterentwickelten Ländern, für sauberes Wasser, für saubere Luft, für Erhaltung der Artenvielfalt, für ein menschliches Asylgesetz, für die Energiewende, für erneuerbare Energien, für Kinderrechte, für ein kindgerechtes Schulsystem, für, für, für – nicht gegen etwas!!

NEIN DANKE! Dieser Putin und seine Gefolgschaft benehmen sich wie wild gewordene Affen, unmenschlich, zügellos, geilen geilen sie sich an toten Kindern auf, kriege werden nur von Männern gemacht!! !

NEIN DANKE! Ich bin so voll Wut und Trauer und gleichzeitig dem Gefühl der Machtlosigkeit.
Putin und seine Gefolgschaft müssen taub sein. fast die ganze Welt schreit
Frieden! Stopp mit dem sinnlosen Töten! Scheiß Machogehabe.
Als würden sie die Haut ihre Urahnen nie abgelegt haben – die, die sich noch gegenseitig mit Keulen im Streit um die bessere Höhle den Schädel eingeschlagen haben. Die haben nichts nichts nichts aus der Geschichte gelernt. Ab nach Sibirien in ein Friedens Lager auf Lebenszeit. Und alle anderen Diktatoren und Politiker, die nicht zum guten ihres Volkes handeln dazu .

NEIN DANKE ! Die HERRschenden Politiker in meinem Ort kotzen mich schon lange an. Eine Fehlentscheidung na der anderen. Für unsinnige Projekte wird mein Geld und die der anderen Bürgerinnen verschleudert . Wege neben einer kaum befahrenen Straße werden als „Radwege“ bezeichnet, die so schmal sind, dass man mit dem Rad stehen bleiben muss, um den Entgegenfahrenden auszuweichen. Is eh wurscht, weil dort eh keiner fährt . Hauptsache, die Politiker – Männer – zeigen sich auf zig Fotos in zig Zeitungen und auf zig Social Media Seiten bei dem Weg und brüsten sich damit. Fehlt nur, dass sie sich wie die Gorillas auf die Brust schlagen und laut brüllen. Affen sind sicher intelligenter. Um Häuser .

NEIN DANKE, NEIN DANKE, NEIN DANKE ! Frauen verdienen mittlerweile um 36% weniger als Männer. Vor ca. drei Jahren waren es noch 25%. Meine Pension wurde um 1,6% erhöht – die Inflationsrate im Jänner war bei 5,2% ! Ich frage mich, wie lange mein Körper es noch aushält, weiterzuarbeiten. Ich liebe meine Arbeit. Und trotzdem ist es mir oft mit dem ganzen Drumherum wir kochen, putzen, Enkelkinder hüten, E-Mails der Student*innen beantworten, Semesterarbeiten lesen, mich um alles mögliche am College kümmern, Klientinnen betreuen, Gartenarbeit und was weiß ich noch – zu viel.

NEIN DANKE!

Kein Stress mehr, den ich mir meist selbst mache. Zu viele Termine auflade. Mein Lernfeld ist immer noch Nein zu sagen! Mehr Pausen einlegen! Selbstfürsorge!!!
Ausatmen – einatmen – ganz ruhig sein, nicht mehr so viel aufregen. Bin ich dann noch ich? Ich, die immer wieder unangenehmes aufgezeigt hat? Mit dem Arsch auf 7 Kirtagen getanzt hat .
NEIN DANKE! Akzeptieren, dass mein Körper wesentlich älter als mein Geist ist! Das ist ganz schwer!

NEIN DANKE!
In meiner Schilddrüse ist eine Zyste – Schweregrad noch unbekannt und meine Carotis ist verkalkt. Ich bin positiv gestimmt und Google alles mögliche. Manches macht mir Angst, andere Informationen klingen nicht so dramatisch. Gut, dass mein Hausarzt so genau ist und alles untersucht. Gemerkt hätte ich so jetzt gar nichts. Und dann frage ich mich, wie kann das sein, wenn ich mich gesund ernähre, versuche immer bewusster zu leben, zweimal am Tag meditiere, mich bewege und meinen Geist wach halte.
Und doch immer wieder das Gefühl, mir ist alles zuviel. Es sind Phasen oder Wellen, mal ist es gut und mal nicht. In den Zuviel-Phasen wurschtel ich dahin und wünsche mir einen Partner, der für mich da ist und kocht und die Arbeit teilt und dann auch eine Assistentin, die mir bei meiner Arbeit hilft. Aber ohne genug Geld dafür bleibt es nur ein Wunsch.NEIN DANKE! Bleibt alles so wie es ist?

NEIN DANKE!
Was kann ich ändern, um wieder zufriedener zu sein ?

NEIN DANKE! NEIN DANKE!
Und dann fallen mir wieder die positiven Rückmeldungen meiner Studentinnen und Studenten ein, meiner Klient*innen. Das macht mich glücklich und stolz. Aber nicht wirklich zufrieden. Statt NEIN DANKE – ein ja bitte! Ja, bitte!
Mehr liebevolle Begegnungen, wieder mehr Ausstellungen besichtigen, mehr ruhige Phasen im Leben.
Ja bitte! Endlich zu wissen, was ich wirklich will! Wohin ich wirklich will! Ja bitte! Ja bitte! Ja bitte! Eingebung folgt.

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