Farben wirken

Geschrieben am 24.01.2014

In meiner Praxis begegnet mir immer wieder die Frage nach der Bedeutung der Farben. Damit haben sich schon viele Menschen beschäftigt. Einer, der es genau wissen wollte war Johann Wolfgang von Goethe. Durch das Erforschen der Farben begründete er die Grundlage der Farbpsychologie. auch Wilhelm Otto Runge ein Zeitgenosse und Brieffreund Goethes beschäftigte sich damit. Issac Newton war jedoch derjenige,  der nachweisen konnte, dass das weiße Licht sich aus Lichtern der unterschiedlichen Farben (den sogenannten Spektralfarben (Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau/ Indigo, Voilett) zusammen setzt. In neuerer Zeit machte der Kunstpädagoge Johannes Itten wertvolle Entdeckungen, indem er die Typologie der Farben feststellte.

Jede Farbe hat aus dem geschichtlichen Kontext heraus ihre Bedeutung. Denken wir nur an das Purpurrot, das aus dem Drüsensekret einer in Europa heimischen Wasserschnecke stammt. Dieses Purpurrot war früher nur Königen und Kaisern vorbehalten. Die Farbe Blau wurde in Frühchristlicher Zeit den Frauen zugeordnet. Denken wir nur an die vielen Marienabbildungen, in denen die Hl. Maria einen blauen Mantel oder ein blaues Kleid trägt. Dies sind nur einige Beispiele.

Generell wird der Farbe Rot Aktivität, Kraft, Energie, Aggression, etc. zugeordnet. Blau hingegen wird mit Passivität, Ruhe, Tiefe, Rückzug erklärt. Ich habe jedoch in meiner kunsttherapeutischen Praxis die Erfahrung gemacht, dass Menschen manchmal in bestimmten Gemütszuständen blau als sehr aktiv und bewegend fühlen und Rot sie müde macht. Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, genau nachzufragen, welche Bedeutung der Farben gerade in diesem Moment für die Klientin bedeutet!

Farben: ein spannendes Thema allemal. Ich werde weiterhin auf meinem Blog darüber berichten. Schau einfach wieder vorbei!